{"id":698,"date":"2021-01-29T17:07:36","date_gmt":"2021-01-29T16:07:36","guid":{"rendered":"https:\/\/marstall-greiz.de\/?page_id=698"},"modified":"2021-03-09T11:56:42","modified_gmt":"2021-03-09T10:56:42","slug":"offene-briefe","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/marstall-greiz.de\/?page_id=698","title":{"rendered":"Offene Briefe"},"content":{"rendered":"\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"https:\/\/marstall-greiz.de\/?page_id=698#open-aren\">Margarita und Winfried Arenh\u00f6vel<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/marstall-greiz.de\/?page_id=698#open-finzsch\">Mirko Finzsch<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/marstall-greiz.de\/?page_id=698#open-linke\">Petra Linke<\/a><\/li><li><a href=\"#open-gruenert\">Matthias Gr\u00fcnert<\/a><\/li><li><a href=\"#open-graefe\">Roland Gr\u00e4fe und Sabine Weber<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"open-aren\">Margarita und Winfried Arenh\u00f6vel<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Margarita und Winfried Arenh\u00f6vel<br>Hoher Platz 3<br>07973 Greiz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Offener Brief<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sehr geehrter Herr B\u00fcrgermeister!<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Wir Menschen der ehemaligen DDR haben andere Erfahrungen gemacht und andere Verhaltensweisen entwickelt&#8230; Lassen wir uns zwingen in ein konsumorientiertes materialistisch ausgerichtetes System, das Profitstreben h\u00f6her stellt als Pers\u00f6nlichkeitsentfaltung?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Mit diesem Zitat meiner Rede zum Tag der Einheit in der Greizer Stadtkirche am 3. Oktober 1990 (die Deutschland weit Beachtung fand und in zwei Publikationen ver\u00f6ffentlicht wurde), wenden meine Frau und ich uns in gro\u00dfer Sorge an Sie als B\u00fcrgermeister unserer Stadt. Seit 1974 ist Greiz uns Heimat geworden, und meine verschiedenen Buchver\u00f6ffentlichungen \u00fcber Greiz sowie unser beider Engagement in verschiedensten Gruppen beweisen wohl, da\u00df uns die Stadt nicht gleichg\u00fcltig ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Bedr\u00fcckung und Sorge verfolgen wir den verst\u00e4ndlichen Unmut, der sich in unserer Stadt mit dem geplanten Einkaufscenter am Marstall ausbreitet und der die berechtigten Sorgen eines Gro\u00dfteils unserer Bev\u00f6lkerung widerspiegelt. Freunde und Bekannte zeigen deutlich ihr Unverst\u00e4ndnis und ihren Unmut \u00fcber das Marstall-Projekt. Die Stimmung ist aufgeheizt. Noch nie haben wir so viele das Projekt ablehnende Einwohner unserer Stadt erlebt. Auch wir sehen ein solch geplantes Einkaufszentrum an diesem neuralgischen Punkt, es ist immerhin die Zufahrt zum Greizer Krankenhaus, ein Marstall-Center, das mehrere Superm\u00e4rkte zusammenbringen will, als eine gro\u00dfe Gefahr an. Von der \u00e4sthetischen Ohrfeige f\u00fcr das viel gelobte und beschriebene Greizer Altstadtbild ganz zu schweigen. Der bisherige dezentrale Standort solch gro\u00dfer Superm\u00e4rkte wie ALDI, REWE und andere ist, unserer Meinung und der Meinung sehr vieler Greizer B\u00fcrger nach, in jedem Fall die bessere L\u00f6sung, von der Zerst\u00f6rung des eindrucksvollen Stadtbildes der in Jahrhunderten gewachsenen Altstadt Greiz ganz zu schweigen.<br>Sie wissen sicher aufgrund unseres Engagements f\u00fcr unsere Stadt (mehrfache Viola Nahmmacher, Buchver\u00f6ffentlichungen \u00fcber Greiz, Kirchenchor, Frauen- und Bastelkreis in der katholischen Kirche etc.), da\u00df uns die Stadt Greiz sehr am Herzen liegt.<br>Gerade deshalb wenden wir uns mit gro\u00dfer Sorge an Sie.<\/p>\n\n\n\n<p>Die f\u00fcr Sie sicher sehr \u00fcberraschenden Reaktionen eines Gro\u00dfteiles der Greizer Bev\u00f6lkerung bitten wir nachdr\u00fccklich sehr Ernst zu nehmen. Das Gemeinwohl der Stadt sollte in jedem Fall im Vordergrund stehen, es darf nicht der Profitgier irgendwelcher Marktketten zum Opfer fallen. Falls Sie und ihr Stadtrat doch an einem solchen Super-Markt-Plan festhalten m\u00f6chten, sollte nach unserer Meinung \u00fcberlegt werden, das Gebiet gegen\u00fcber der Post (ehemals Th\u00fcringer Hof und anliegende Geb\u00e4ude) f\u00fcr ein solches Unternehmen zu nutzen. Damit k\u00f6nnte gleich die etwas brachliegende Greizer Neustadt aufgewertet und die dortigen Einwohner mit ins Boot geholt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Gestatten Sie uns eine pers\u00f6nliche Anmerkung: Als Anwohner auf dem Hohen Platz, auf dem wir 2001 ein total herunter gekommenes Haus erwarben und dieses durch den Greizer Architekten Mathias Hamann mit Unterst\u00fctzung der Stadt Greiz zu neuem Leben erwecken konnten, sind wir zus\u00e4tzlich mit allen unseren Mitbewohnern den ruhigen Wohnplatz gew\u00f6hnt, der uns damals Anla\u00df war, eine so abenteuerliche Initiative Hausaus- bzw. Neubar in Angriff zu nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich darf noch einmal aus meiner Rede zum 3. Oktober 1990 zitieren:<br>\u201eIch w\u00fcnsche mir eine Stadt, die ihren G\u00e4sten zur St\u00e4tte froher Begegnung wird, ihren Einwohnern aber zu dem Lebensraum, in dem leben uns dich zu Hause f\u00fchlen kann.\u201c (Winfried Arenh\u00f6vel in: Weilheimer Hefte zur Literatur, Heft 29, Seite 30\/31, \u201eZum 3. Oktober 1990)<\/p>\n\n\n\n<p>Wir setzen unsere Hoffnung auf Sie, verehrter Herr B\u00fcrgermeister, zusammen mit ihren Stadtr\u00e4ten das Vorhaben noch einmal sehr gewissenhaft zu \u00fcberpr\u00fcfen und hoffentlich, viele, viele Argumente sprechen dagegen, wie auch die zahllosen, ernst zu nehmenden Leserzuschriften beweisen, von diesem Projekt an dieser neuralgischen Stelle der Stadt Abstand zu nehmen.<br>Wir bitten Sie sehr herzlich, den Inhalt dieses Briefes den Greizer Stadtr\u00e4ten zukommen zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit herzlichem Gru\u00df<\/p>\n\n\n\n<p>Margarita und Winfried Arenh\u00f6vel<\/p>\n\n\n\n<p>Greiz, am 6. M\u00e4rz 2021<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"open-finzsch\">Mirko Finzsch<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Dipl. Rest. (FH) Mirko Finzsch<br>Freiberuflicher Restaurator<br>Saaleck<br>Am Burgberg 09<br>06628 Naumburg \/ Saale<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bauvorhaben am Marstall-Areal<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sehr geehrte Damen und Herren,<br><br>seit \u00fcber zehn Jahren bin ich immer wieder als Restaurator in der Stadt Greiz t\u00e4tig und erfreue mich dabei stets am au\u00dfergew\u00f6hnlichen Stadtbild und der wunderbaren Denkmallandschaft. Mit gro\u00dfer Hochachtung und Bewunderung betrachte ich die Bem\u00fchungen der Einwohnerschaft, Verwaltung und Privatwirtschaft um den Erhalt, die Vitalisierung und die Pflege dieser hervorragenden Beispiele der Baukunst.<br>Gerade die offensichtliche Diskrepanz zwischen einem enormen Denkmalbestand und einer prek\u00e4ren Finanzlage der Gemeinde l\u00e4sst mich diese Leistungen besonders achten. Mit gro\u00dfen Hoffnungen denke ich dabei an die Zukunft Ihrer Stadt, da hier offenbar von zahlreichen Beteiligten einer langfristigen Sicht auf die Vorteile eines kulturell herausragenden Stadtbildes der Vorzug vor Quartalsgewinnen gegeben wird. Diese Entwicklung fortzuschreiben, k\u00f6nnte der Stadt Greiz eine echte Chance auf eine herausgehobene Stellung in der reichhaltigen th\u00fcringischen Denkmallandschaft bieten.<br>Der nunmehr vorliegende Plan zur Bebauung des Marstall-Gel\u00e4ndes droht jedoch all diese Bem\u00fchungen der letzten Jahrzehnte gr\u00fcndlich zu konterkarieren.<br>Die Haltlosigkeit der in den Planungsunterlagen aufgestellten Behauptungen<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>zur angeblichen Belebung der Innenstadt,<\/li><li>zu den angeblich kaum sp\u00fcrbaren Zusatzbelastungen f\u00fcr die Anwohner<\/li><li>und zu dem, in einem veralteten Gutachten herbeigeredeten Bedarf an noch mehr<br>Discounter \u2013 Filialen<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>ist in zahlreichen Stellungnahmen bereits besprochen worden.<br>Denn das Gegenteil ist der Fall:<br>Verst\u00e4rkt durch die aktuelle Krise findet gerade vielerorts ein erstes Umdenken statt, wonach eine gr\u00f6\u00dfere Diversit\u00e4t und ein st\u00e4rkerer lokaler und regionaler Bezug bei der Grundversorgung eine wachsende Gewichtung erhalten sollen, um den dringend gebotenen \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Umbau der westlichen postindustriellen Gesellschaften voranzutreiben.<br>Eine Ansiedlung von Filialgesch\u00e4ften, die fast ausschlie\u00dflich Industrieware anbieten (und dies vor allem im Bereich des t\u00e4glichen Bedarfs) steht dieser Entwicklung geradewegs entgegen.<br>Kleine Einzelh\u00e4ndler, die in der innerst\u00e4dtischen Bausubstanz hervorragende Bedingungen finden und mit ihrer Angebotspalette den genannten Bedarf decken k\u00f6nnten, sollten gef\u00f6rdert werden, dies w\u00e4re eine sinnvolle Investition in die Zukunft einer Innenstadt. Das Konzept gro\u00dffl\u00e4chiger Einkaufszentren wirkt unter diesem Gesichtspunkt vorgestrig und lernresistent gegen\u00fcber den Fehlentwicklungen vergangener Jahrzehnte.<br>Doch jenseits dieser wirtschaftlichen Betrachtungen sind erhebliche \u00e4sthetische Bedenken gegen das Projekt anzumelden:<br>Ein Entwurf, der in seiner inhaltslosen Beliebigkeit die Entfremdung der Bev\u00f6lkerung von ihrer Stadt und die Gef\u00fchle von Macht- und Einflusslosigkeit nur bef\u00f6rdern kann, ist letztlich Wasser auf die M\u00fchlen derer, die mit diesen negativen Gef\u00fchlen gerade in unserer Zeit (und sehr massiv in der Region Ostth\u00fcringen und Westsachsen) versuchen, Politik zu machen.<br>Mit anderen Worten: Solche H\u00e4sslichkeit im Stadtbild kann auch nur das H\u00e4ssliche<br>in den Menschen hervorbringen.<br>Lediglich zur Wahl des Namens f\u00fcr dieses Projekt muss ich den Kreativen gratulieren: dem Namen \u201eMarstall \u2013 Center\u201c wohnt exakt die gleiche Phantasie- und Seelenlosigkeit wie auch ein ebensolches Ma\u00df an Zynismus inne, wie es der aktuelle Entwurf zum Ausdruck bringt. Ein weiteres \u201eXbeliebiges-Center\u201c erscheint mir ebenso einfallslos wie die banale Architektur. Den Begriff \u201cMarstall\u201c daf\u00fcr zu missbrauchen spiegelt genau jene Geisteshaltung wieder, die die historische Bausubstanz zum einen Teil zerst\u00f6ren und zum anderen bis zur Unkenntlichkeit verbauen will und dann noch beansprucht, den Denkmalschutz zu achten.<br>Daher bitte ich Sie dringend von dieser Planung Abstand zu nehmen und kann auch von der Suche nach einem Kompromiss mit dem Investor nur abraten, denn wer einen solch dreisten, die Gegebenheiten der Stadt vollst\u00e4ndig ignorierenden Entwurf vorlegt, d\u00fcrfte sich kaum f\u00fcr das Wohl der Stadt interessieren, und dies d\u00fcrfte kaum eine w\u00fcnschenswerte Basis f\u00fcr eine l\u00e4ngerfristige Zusammenarbeit darstellen.<br>Eine k\u00fcnftige Bebauung des Gel\u00e4ndes ist sicher sinnvoll und w\u00fcnschenswert, doch m\u00fcsste dies mit einer ernsthaften Einbeziehung der historischen Gegebenheiten, der zuk\u00fcnftigen Nutzer und der gesamten B\u00fcrgerschaft geschehen. Eine \u00f6ffentliche Sammlung von Meinungen und Ideen k\u00f6nnte hierzu ein erster Schritt sein, ein vorhandenes Interesse bei der Bev\u00f6lkerung kann wohl inzwischen als erwiesen gelten.<br>In der Hoffnung auf eine Entscheidung gegen das aktuelle Projekt und eine Planung, die der Stadt Greiz mit all ihren Vorz\u00fcgen gerecht wird, verbleibe ich<\/p>\n\n\n\n<p>mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n\n\n\n<p>Mirko Finzsch<\/p>\n\n\n\n<p>Saaleck, den 07.02.2021<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"open-linke\">Petra Linke<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Dr. med. Petra Linke<br>Gartenweg 2<br>076973 Greiz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bebauungsplan Marstall-Revier<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sehr geehrter Herr B\u00fcrgermeister,<br>Sehr geehrte Mitglieder\/innen des Stadtrates,<\/p>\n\n\n\n<p>als m\u00fcndige Greizer B\u00fcrgerin wende ich mich heute in dieser Form an Sie im Namen vieler Freunde und Bekannten, denen unsere Heimatstadt am Herzen liegt.<br>Wir empfinden diesen Bebauungsplan erschreckend, er stellt einen Stilbruch ohnegleichen dar. In einer Stadt, die sich \u201eF\u00fcrstliche Residenzstadt\u201c nennt, mit einem \u201eF\u00fcrstlich Greizer Park\u201c, ein solch brutalistisches und dazu v\u00f6llig unsinniges Bauwerk in der Altstadt errichten zu wollen, macht uns einfach sprachlos.<br>Die Tatsache, f\u00fcr Greiz wiedermal einen \u201eInvestor gefunden\u201c zu haben, der sich bei uns austoben m\u00f6chte, scheint jeglichen Sinn f\u00fcr \u00c4sthetik und jede wirtschaftliche Vernunft au\u00dfer Kraft gesetzt zu haben. Die Bev\u00f6lkerung schrumpft und soll nichts anderes als konsumieren, konsumieren, konsumieren!<br>Danke! Wir sind mit Lebensmittelm\u00e4rkten bestens versorgt, Drogerie-Artikel gibt es auch \u00fcberall und der Lidl- Markt wird aktuell vergr\u00f6\u00dfert.<br>Erhebt sich die Frage, wozu das Marstall-Gel\u00e4nde \u00fcberhaupt bebaut werden <strong>muss<\/strong>, wo doch die Verkehrslage in dieser Stadtlage schon am Limit ist! Eine Begr\u00fcnung der Fl\u00e4che w\u00fcrde dagegen der Stadt sicher guttun und eine angemessene Atmosph\u00e4re zwischen den Geb\u00e4uden im klassizistischen-, Jugendstil und Gr\u00fcnderzeitstil abrunden.<br>Kommt man \u00fcber die Schlossbr\u00fccke Richtung Rathenauplatz und sieht \u00fcber dem Marstallgel\u00e4nde die Bauten der Clo\u00df- und Heynestra\u00dfe bis hin zum Trompeterschl\u00f6\u00dfchen und der Blick w\u00fcrde versperrt durch ein Beton-Monster, dann w\u00fcrde ich mich sch\u00e4men vor allen G\u00e4sten, die unsere Stadt in Zukunft besuchen w\u00fcrden. Die kommen dann wohl eher nie wieder her.<br><br>Ich appelliere daher an Ihr \u00e4sthetisches Empfinden und Ihre Vernunft, es nicht so weit kommen zu lassen.<br>Eine Kopie meines Briefes werde ich an die OTZ weiterleiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<br>Dr.med. Petra Linke<\/p>\n\n\n\n<p>Greiz, 28.01.2021<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"open-gruenert\">Matthias Gr\u00fcnert<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Matthias Gr\u00fcnert<\/strong><br><strong>Georg-Treu-Platz 3<\/strong><br><strong>01067 Dresden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bauvorhaben am Marstall-Center<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als ehemaliger B\u00fcrger der Stadt Greiz, der seine Lebenszeit dort sehr genossen hat, melde ich mich in diesen Tagen zu Wort: Verehrter Stadtrat, gesch\u00e4tzte Entscheidungstr\u00e4ger, die Sie das Wohl Ihrer liebenswerten Stadt im Blick haben: Sie garnieren mit dem Motto \u201ef\u00fcrstlich vogtl\u00e4ndisch\u201c das Label der Stadt in Ihren Ver\u00f6ffentlichungen. Sehr geehrter Herr B\u00fcrgermeister Alexander Schulze, Sie werben mit dem Slogan: \u201eGreiz kann mehr.&#8220; Ja, in der Tat, ganz genauso so ist es und ich trage Greiz tief im Herzen. Viele Besucher sind verzaubert von den architektonischen Besonderheiten, von der illustren Vergangenheit, von der poetischen Atmosph\u00e4re und von den kulturellen Kleinodien dieser idyllisch gelegenen Residenzstadt. Und die Menschen, die in der sch\u00f6nsten Stadt des Vogtlands wohnen, lieben wohl ebenso ihre Heimat. Greiz ist im allerbesten Sinne beschaulich, erholsam, einzigartig, besonders und aus einer anderen Welt! Das sind die St\u00e4rken der einstigen F\u00fcrstenresidenz, die mich als 26j\u00e4hrigen Greizer Stadtkantor faszinierten. Ich wurde in all meinen Dresdner Jahren nicht m\u00fcde, meine Liebeserkl\u00e4rung an die Stadt Greiz zu formulieren. Und aber: Ein Stadtentwicklungskonzept muss und sollte diese Faktoren doch konsequent vorantreiben! In Ihrem j\u00fcngsten Stadtratsbeschluss nun wurde erst einmal festgelegt, dass ein Einkaufscenter &#8211; der Entwurf nennt es Marstall-Center, m. E. ein grauenhaftes Wort &#8211; entstehen darf, das die historischen Best\u00e4nde des ehemaligen Marstalls einbetoniert und einschl\u00e4gige Discounter beherbergen soll, die ohnehin einige wenige hundert Meter weiter entfernt in \u00e4hnlicher Form mit einem gro\u00dfen Sortiment aufwarten. Und dieses neu entstehende Einkaufscenter soll nur einen Steinwurf entfernt von einem der bedeutendsten klassizistischen Geb\u00e4ude Ensembles Deutschlands (bestehend aus Stadtkirche und Schloss, samt malerischer Innenstadtbebauung und erholsamer Parkfl\u00e4chen) gebaut werden!<br><br>Einer billigen Visitenkarte gleich, f\u00fcr alle Besucher und Einwohner dieser Stadt auff\u00e4llig sichtbar, am Rande der verkehrsberuhigten Innenstadt (Fu\u00dfg\u00e4ngerzone inklusive) wurde nun dem Konzept eines Investors stattgegeben, welches man heute schon als eine Baus\u00fcnde der fr\u00fchen 90er Jahre bewerten w\u00fcrde. Getreu dem Motto: G\u00fcnstig einkaufen geht immer, Kultur adieu? Sicher hat ein Investor gro\u00dfes Interesse an einer m\u00f6glichst attraktiven Rendite, doch geht das auch auf andere <em>W<\/em>eise. Gerade in einer Innenstadt, die nicht zum Gewerbegebiet werden sollte? Schon gar nicht in Greiz! Ich bitte Sie, verehrter Stadtrat, um eine Verhinderung des Vorhabens in dieser Form, zumal viele B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger der Stadt Greiz dem Projekt in vorgenannter Planung ablehnend gegen\u00fcber stehen und sich in einer Petition dagegen aussprechen. <em>W<\/em>eshalb denken Sie nicht \u00fcber eine nachhaltige und tats\u00e4chlich attraktive Nutzung des Areals nach und fordern diese ein? Erhaltung historischer Bausubstanz, stilgerechte Erg\u00e4nzungen, Nutzung durch vielf\u00e4ltige Angebote: Caf\u00e9s, Restaurants, Manufakturen, kulturelle Begegnungsst\u00e4tten, individuelle Wohnungen, Begegnungsr\u00e4ume oder Gesch\u00e4fte mit einem profilierten Sortiment beispielsweise u.v.m. <em>W<\/em>elch einmaliges Eingangstor zur Innenstadt ein solches Konzept abbildete! Dann beh\u00e4lt Greiz seinen Reiz und lockt vielleicht einige Neugierige mehr aus nah und fern an. Discounter verm\u00f6gen dies ganz bestimmt nicht!<br><br>Alles Gute f\u00fcr die Perle des Vogtlands, bitte handeln Sie besonnen! Das w\u00fcnsche ich von Herzen und spreche mit meinem Herzensanliegen vor allem auch als Kurator der Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden e.V. zu Ihnen.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Matthias Gr\u00fcnert<\/p>\n\n\n\n<p>Dresden, 26.01.21<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"open-graefe\"><strong>Roland Gr\u00e4fe und Sabine Weber<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Sabine Weber<\/strong><br><strong>Duckwitzstra\u00dfe 24b<\/strong><br><strong>01129 Dresden<\/strong><br><strong><br>Roland Gr\u00e4fe<\/strong><br><strong>L\u00f6\u00dfnitzgrundstr. 13<\/strong><br><strong>01445 Radebeul<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>PROTEST GEGEN DEN AKTUELLEN ENTWURF ZUM MARSTALL-CENTER GREIZ<\/strong><br><br>Sehr geehrter Herr B\u00fcrgermeister, sehr geehrte Damen und Herren des Stadtrates, sehr geehrte Frau Landr\u00e4tin, sehr geehrter Herr Metzner, sehr geehrter Herr Obenauf, sehr geehrte Damen und Herren der OTZ,<br><br>mit Entsetzen haben wir im St\u00e4dtischen Amtsblatt den Entwurf zur Bebauung zwischen<br>Marstall-, Thomas-, Mollberg-, Breuningstra\u00dfe und Dr.-Rathenau-Platz, dem sogenannten Marstall-Center gesehen. Auch wenn noch ein qualifizierter B-Plan erstellt werden soll, scheinen sowohl die Baumassen, Gestaltung und Nutzung festzustehen.<br><strong>Dagegen m\u00f6chten wir hiermit protestieren.<\/strong><br><br>Es ist f\u00fcr uns unglaublich, dass 30 Jahre nach der Wiedervereinigung immer noch<br>Gemeinden auf solche \u00fcberdimensionierten Projekte von sogenannten Investoren<br>hereinfallen. Hat Greiz nicht schon genug solcher Nachwende-Fehlentwicklungen erlebt? Weder das Kaufland-Einkaufszentrum noch das Spectrum-Center sind eine Bereicherung f\u00fcr die Einkaufskultur der Stadt Greiz noch f\u00fcr deren architektonisches Erscheinungsbild. <br><br>In der Innenstadt stehen L\u00e4den leer, ehemalige Kaufh\u00e4user wurden umgenutzt oder f\u00fchren ein Schattendasein, wie das Geb\u00e4ude mit dem \u201eDuK, dem unm\u00f6glichen Kaufhaus\u201c, in dem z.B. ein Shop-in-Shop-System sehr gut m\u00f6glich w\u00e4re und wirklich zur Belebung der Innenstadt beitragen k\u00f6nnte. Uns ist es bewusst, dass sich diese Objekte in Privatbesitz befinden, mit einem B-Plan oder der Festlegung eines Sanierungsgebietes k\u00f6nnten st\u00e4dtebauliche Entwicklungen und Nutzungen jedoch geregelt bzw. gef\u00f6rdert werden.<br><br>Gerade beginnt sich aus unserer Sicht ein vorsichtiges Innenstadtleben zu entwickeln. Die Kombination aus mittelgro\u00dfen Ketten und kleinen L\u00e4den, hier die Ansiedlung von dm oder Ernsting\u2019s family mitten in der Stadt, ist f\u00fcr die kleineren L\u00e4den vorteilhaft. Etwas wie Stadtflair kommt gegen\u00fcber dem Rathaus am Whiskyladen auf. Mit dem vollkommen \u00fcberdimensionierten Marstall-Center w\u00fcrde diese hoffnungsvolle Entwicklung schlagartig beendet werden.<br><br>Art und Ma\u00df der baulichen Nutzung stehen bei dem gezeigten Schaubild im starken Widerspruch zur umgebenden Bebauung.<br>Der unter Denkmalschutz stehende zweigeschossige, auf Fernwirkung gebaute Marstall, der f\u00fcr diesen Ort pr\u00e4gend ist und schon durch den Abriss der Reithalle beeintr\u00e4chtigt wurde, w\u00fcrde seine, f\u00fcr diesen Platz wichtige gestalterische Funktion verlieren. Dieses Kleinod gilt es, auch im Zusammenhang mit den Schl\u00f6ssern, zu sch\u00fctzen.<br><br>Greiz hat das Gl\u00fcck, ohne Sch\u00e4den durch den Krieg gekommen zu sein. Nach der Wende sind furchtbare Wunden geschlagen worden, indem man historische Fabrikgeb\u00e4ude abgerissen hat, anstatt mit diesen stadtbildpr\u00e4genden Geb\u00e4uden vern\u00fcnftige L\u00f6sungen zu suchen. Und nun gibt es diese gro\u00dfst\u00e4dtisch anmutende, austauschbare Planung, wie auch immer es zu ihr gekommen ist, und die Stadt gibt das Tafelsilber, n\u00e4mlich das Bild einer historisch gewachsenen Stadt auf und glaubt die Zukunft liegt in einem riesigen Konsumtempel mit zus\u00e4tzlich 60 Wohnungen, der das Stadtbild nachhaltig sch\u00e4digen wird.<br><br>Es w\u00e4re sinnvoll, ein ma\u00dfstabsgetreues Modell mit umliegender Bebauung und Topographie zu erstellen, damit die Masse der neuen Bebauung \u00fcberhaupt eingesch\u00e4tzt und beurteilt werden kann. Die im Amtsblatt vorgestellte Bebauungsvariante ist hinsichtlich Bauk\u00f6rper und Fassadengestaltung f\u00fcr eine Stadt wie Greiz mit kleinteiliger historischer Bebauung im Zentrum g\u00e4nzlich ungeeignet. Von der Beliebigkeit der vorgestellten Architektursymbolik ganz zu schweigen. Zu hinterfragen ist auch die gesamte verkehrstechnische Erschlie\u00dfung, die sehr problematisch erscheint und sicher zu einer massiven Belastung der anliegenden<br>Wohnbebauung f\u00fchren wird.<br><br>F\u00fcr die Gr\u00f6\u00dfe der Bebauung und Bedeutung des Ortes ist ein architektonischer Wettbewerb zwingend erforderlich, der sich neben der m\u00f6glichen und vertr\u00e4glichen oder angemessenen Baumasse mit einer f\u00fcr die Stadt wichtigen Nutzung f\u00fcr diesen Ort befasst.<br><br>Gebraucht werden in Greiz attraktive kleine und mittlere L\u00e4den und Gastronomie, die zu einem Stadtbummel mit Verweildauer einladen und kein gro\u00dfst\u00e4dtischer \u00fcberdimensionierter Einkaufstempel mit teilweisem f\u00fcnfgeschossigen Bauk\u00f6rper  Der gesamte Entwurf ist darauf angelegt, dass die Nutzer des Centers mit dem PKW ankommen, parken, einkaufen und wieder nach Hause fahren ohne einen Schritt in das eigentliche Stadtzentrum zu gehen.<br><br>Eine Bebauung mit betreutem Wohnen einschl. aller erforderlichen behinderten- bzw. altengerechten Anforderungen lie\u00dfen sich sicherlich innerhalb der gro\u00dffl\u00e4chigen Abbruchareale z.B. schr\u00e4g gegen\u00fcber dem Kaufland nutzerfreundlicher entwickeln und w\u00fcrden diese Wunden der Stadt vielleicht heilen k\u00f6nnen.<br><br>Die Zukunft der Stadt liegt im Tourismus und nicht im Bau von \u00fcberdimensionierten und unn\u00f6tigen, gesichtslosen Einkaufszentren, die das Stadtbild einer historischen liebenswerten Stadt mit vielen attraktiven Denkmalobjekten verschiedener Baustile besch\u00e4digen. Auch der Marstall geh\u00f6rt zu den Perlen der ehemaligen Residenzstadt Greiz, der bisher ein Schattendasein f\u00fchrt und durch die geplante Bebauung vollkommen bedeutungslos w\u00fcrde.<br><br>Die B\u00fcrger der Stadt haben bereits ein gro\u00dfe Vielfalt an Superm\u00e4rkten, was tats\u00e4chlich fehlt ist das Individuelle. Das Marstall-Center, das ist sicher, wird das Stadtbild nachhaltig beeintr\u00e4chtigen, aber nicht zu einer wirklichen Belebung der Innenstadt beitragen.<br><br>Wir m\u00f6chten klar stellen, da\u00df wir keine Gegner moderner Architektur sind, wenn sie sich st\u00e4dtebaulich und gestalterisch auf die sie umgebende Bebauung einl\u00e4\u00dft und dem genius loci des Ortes gerecht wird. Das gilt auch f\u00fcr das Gel\u00e4nde am Marstall.<br><br>Wir w\u00fcrden uns sehr freuen, wenn unser Brief Anlass zu einer offenen und basisdemokratischen Diskussion f\u00fchren w\u00fcrde.<br><br><br>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<br><br>Sabine Weber<br>Roland Gr\u00e4fe<\/p>\n\n\n\n<p>Dresden, am 26.10.2020<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Margarita und Winfried Arenh\u00f6vel Mirko Finzsch Petra Linke Matthias Gr\u00fcnert Roland Gr\u00e4fe und Sabine Weber Margarita und Winfried Arenh\u00f6vel Margarita und Winfried Arenh\u00f6velHoher Platz 307973 Greiz Offener Brief Sehr geehrter Herr B\u00fcrgermeister! &#8222;Wir Menschen der ehemaligen DDR haben andere Erfahrungen gemacht und andere Verhaltensweisen entwickelt&#8230; Lassen wir uns zwingen in ein konsumorientiertes materialistisch ausgerichtetes System, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-698","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/marstall-greiz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/698","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/marstall-greiz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/marstall-greiz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/marstall-greiz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/marstall-greiz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=698"}],"version-history":[{"count":17,"href":"https:\/\/marstall-greiz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/698\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1009,"href":"https:\/\/marstall-greiz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/698\/revisions\/1009"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/marstall-greiz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=698"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}