Zum Tag des offenen Denkmals

In letzter Zeit häufen sich bei uns Anfragen zu dem Vorhaben des Landes Thüringen, den Eintrag der Thüringischen Residenzenlandschaft in die Welterbe-Liste der UNESCO zu beantragen. Gefragt wird, ob sich unsere Initiative dazu positioniert, aber besonders, welche Meinung der Greizer Stadtrat dazu vertritt. Weil Letzteres auch uns interessiert und die Frage nach unserer Position sich damit erübrigt, möchten wir auf das Schreiben vom 20.07.2022 hinweisen, welches wir bewusst erst jetzt veröffentlichen. Wir hatten erwartet, dass der Greizer Bürgermeister am Tag des offenen Denkmals zur offiziellen Einweihung des aufwändig sanierten Pavillons des Oberen Schlosses auch ein Statement der Stadt zum Thüringer Welterbe-Antrag präsentiert. Es wäre eine gute Gelegenheit gewesen! Der prächtig sanierte Pavillon, die ansprechende Musik der Vogtland-Philharmonie, dieses tolle Ambiente und überhaupt, was passt schon besser zusammen als Denkmalschutz und Weltkulturerbe? Zumindest einige Worte hätte er darüber verlieren können, da sich dieser Antrag liest, als sei er für unsere Stadt ersonnen. Doch vom Bürgermeister kam kein Wort dazu, obwohl Greiz in vorderster Front aufgestellt ist und in der ersten Reihe steht, voll im Scheinwerferlicht!

Bezüglich der oben erwähnten Anfragen möchten wir die Aufmerksamkeit nochmals auf die Anfrage an den Bürgermeister zur Stadtratssitzung am 08.12.2021. lenken, die bereits seit Dezember 2021 hier veröffentlicht ist. Dort hat Herr Michael Krause bereits auf den Konflikt zwischen Welterbeliste und Marstall-Center hingewiesen.

Rudolf Kuhl

Worte zum folgenden offenen Brief vom 20.07.2022

In ihrem Vortrag „Die Thüringische Residenzenlandschaft – Auf dem Weg zum UNESCO-Welterbe“, präsentierte Frau Claudia Schönfeld am 6. Juli 2022 im Weißen Saal des Unteren Schlosses das o.g. Vorhaben unseres Freistaates der Öffentlichkeit, welches im Oktober 2021 mit Abgabe des Antrages für die deutsche Anmeldeliste startete. Ausführlich erläuterte sie die Hintergründe, das Verfahren und die Etappen auf dem Weg zum Eintrag in die Welterbeliste. Abschließend stellte sie sich den Fragen der ausgesprochen wenigen Gäste. Denn, obwohl als öffentlich deklariert, wurde es offenbar versäumt, auf diese Veranstaltung hinzuweisen.

Weil der Bürgermeister seine Abwesenheit entschuldigen ließ und nur eine Person aus den Reihen des Greizer Stadtrates anwesend war, erlaubte ich mir, mich in einem Schreiben an das Stadtoberhaupt zu wenden, verbunden mit der Bitte, dieses auch an die Damen und Herren Abgeordneten weiterzuleiten. Meines Wissens fanden in Greiz alle Beratungen, die den Welterbe-Antrag betrafen, nur im internsten Kreis statt. Mir ist nicht bekannt, in welchem Umfang der Stadtrat über den aktuellen Stand des Vorhabens und seine Bedeutung für die Stadt Greiz unterrichtet ist, die bereits jetzt als eines der „Flaggschiffe“ des Unterfangens aufgestellt ist. Darum verwies ich auf das Video von der Medienkonferenz am 07.10.2021.

Mir ist natürlich bekannt, dass nicht jede Aktivität von Erfolg gekrönt ist. Der Weg ist noch weit und es ist ungewiss, ob an dessen Ende der begehrte Eintrag in die Welterbe-Liste winkt. Doch Thüringen hat sich auf den Weg gemacht. Und Greiz wurde ausgewählt um mitzuziehen. Nicht irgendwo im Tross. Nein, wir wurden in die erste Reihe gestellt! Schon das sollte uns Mut machen, dieses Vorhaben voran zu treiben und damit zu werben. Denn – Greiz muss auf sich aufmerksam machen! Und wer antreten darf, um die Thüringer Residenzenlandschaft auf die Welterbeliste der UNESCO zu bringen, wird schon EINIGES zu bieten haben.

Um dem Stadtrat auch diese Sicht der Dinge vor Augen zu halten, verwies ich in meinem oben erwähnten Schreiben auf den Beitrag „Das Ziel heißt Zuzug! Der Weg heißt Tourismus“ von Judith Rüber und Dr. Jan Kobel. und sendete es als offenen Brief am 21.07.2022 per E-Mail an das Büro des Bürgermeisters.

Bis heute bekam ich keinerlei Reaktionen auf mein Schreiben, weder von Mitgliedern des Stadtrates noch vom Greizer Bürgermeister. Mir ist weder bekannt, ob beim Greizer Stadtrat das Thema Welterbe bisher als Gegenstand von Beratungen auf der Tagesordnung stand, ob er bisher Stellung zu den Welterbe – Ambitionen des Freistaates bezogen hat oder ob die Abgeordneten meinen Brief überhaupt erhalten haben. Darum haben wir uns entschlossen, das Schreiben nun zu veröffentlichen.

Rudolf Kuhl

Die Thüringische Residenzenlandschaft auf dem Weg zum Welterbe

Offener Brief an den Bürgermeister der Stadt Greiz

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren Stadträt/innen,

am 6. Juli fand im Weißen Saal ein Vortrag über die Bewerbung unseres Freistaates statt, den UNESCO – Welterbestatus für die Residenzenlandschaft Thüringens zu beantragen. Ein Thema, dass besonders Greizer/innen interessieren sollte. Denn in dem Antrag für die deutsche Tentativliste, der im vergangenen Oktober bei der Kultusministerkonferenz der Länder abgegeben wurde, ist Greiz mit seinen beiden Schlössern, dem Park und dem Sommerpalais eine der acht Residenzen, die namentlich erwähnt sind. Bedauerlicher Weise war jedoch das öffentliche Interesse an dieser Veranstaltung eher bescheiden, da offenbar kaum Werbung für diese Veranstaltung gemacht wurde.

Auf die interessanten Ausführungen von Frau Claudia Schönfeld zum Thema „Die Thüringische Residenzenlandschaft auf dem Weg zum Welterbe“ möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen. Mir und sicher auch manchen von Ihnen sind das Anliegen, die Hintergründe und auch der Ablauf der Bewerbung aus verschiedenen überregionalen Publikationen bereits seit längerem bekannt. Neu für mich war allerdings, dass eine wesentliche Voraussetzung für den Eintrag als UNESCO-Welterbe die Akzeptanz der Einwohner/innen zu dieser Bewerbung ist. In Anbetracht der Bedeutung für unsere Stadt und die Auswirkung auf deren weitere Entwicklung sollte also möglichst jede/r Greizer/in Kenntnis über die Bewerbung unseres Freistaates haben.

In welchem Umfang Sie als Abgeordnete bereits unterrichtet wurden und ob Ihnen detaillierte Informationen zu dem Antrag des Freistaates zur Verfügung stehen, ist mir nicht bekannt. Da außer Frau Machalett kein/e Vertreter/in Ihres Gremiums dieser Veranstaltung beiwohnte, erlaube ich mir, Sie als Stadträt/innen nochmals auf die Medienkonferenz vom 7.10.21 aufmerksam zu machen. Hier wird ausführlich der Weg beschrieben, der die Thüringische Residenzenlandschaft (und damit auch Greiz) auf die Welterbeliste der UNESCO bringen soll. Folgender Link: https://www.youtube.com/watch?v=FkbKYssxCGshttps://www.youtube.com/watch?v=FkbKYssxCGs führt direkt zur Aufzeichnung dieser Konferenz, die trotz aller Sachlichkeit die Kraft, Entschlossenheit und Zuversicht derer ausstrahlt, die an der Erarbeitung des Antrages beteiligt waren. Und man fühlt ihren Stolz und die Freude darüber, wie gut es gelungen ist, die Fakten und Argumente zu einem so stimmigen Ergebnis zusammenzufügen.

Wie eingangs erwähnt, ist Greiz mit dem Oberen und Unteren Schloss und dem Park mit dem Sommerpalais eine der acht ausgewählten Residenzanlagen, die namentlich für die Welterbekandidatur benannt wurden. Aber auch andere bei uns noch erhaltene Zeugnisse dieser Zeit, die sich durch ein hohes Maß an Echtheit, Glaubwürdigkeit, Vollständigkeit und Unverletztheit auszeichnen, werden evtl. in die Bewertung einfließen. Die Alte Wache, der Gasparinentempel, der Pulverturm und das Mausoleum in Waldhaus und sicher auch der fürstliche Marstall sind nur einige Beispiele. Herr Dr. Christian Espig hat im diesjährigen Greizer Heimatkalender ausführlich darüber berichtet. Ich meine, wir Greizer sollten uns mehr als bisher über die Bestrebungen unseres Freistaates informieren, die Aufnahme der Thüringer Residenzlandschaft auf die Welterbeliste der UNESCO zu erreichen und deren Entwicklung aufmerksam verfolgen.

Wir stehen erst am Beginn dieses Weges. Aber wir können mit bedeutenden Argumenten aufwarten und haben es dadurch bereits mit in die erste Reihe der Thüringer Residenzen geschafft! Damit schon jetzt nach außen zu werben ist zumindest erfolgsorientiert. Leider ist dieses Werben in Greiz bisher eher ein kaum hörbares, zaghaftes Flüstern. Keine Spur von Kraft und Entschlossenheit. Zuversicht? Eine Fehlansage. Wer redet in Greiz über den Welterbeantrag? Dabei ist das Pferd bereits gesattelt und scharrt in Erfurt schon mit den Hufen. Auf dieses Pferd sollten wir aufspringen. Es ist m. E. dringend erforderlich, der Greizer Bevölkerung die Bestrebungen des Freistaates öffentlichkeitswirksam nahe zu bringen. Selbstredend muss dazu ein für alle verständlicher Text erstellt werden, der sich besonders auf die Greizer Sicht und Rolle bezieht.

Um mein Schreiben nicht zu sehr ausufern zu lassen möchte ich abschließend noch auf ein Plädoyer für einen Residenzkultur-basierten Tourismus in Thüringen von Judith Rüber und Dr. Jan Kobel hinweisen. Unter der Überschrift „Das Ziel heißt Zuzug! Der Weg heißt Tourismus.“ bezieht sich Herr Dr. Kobel auf die Defizite Thüringens im Bereich Tourismus, wobei ein Abschnitt seiner Ausführungen die Frage direkt stellt: „Was braucht die Stadt Greiz, um zu einem Ort der Sehnsucht zu werden,…“Hier der Link zu diesem Beitrag: https://stadtrandnotiz.de/2021/03/10/das-ziel-heisst-zuzug/?fbclid=IwAR0Xqf8LGih4bBPHKCYQU6nzelkwGuUIkOQZk3qDOvskvpDnfJIREbakq_k

Vielen Dank für Ihr Interesse!

Mit freundlichen Grüßen

Rudolf Kuhl Greiz, am 20.07.22,

Zur Weiterleitung an alle Mitglieder des Greizer Stadtrates, gesendet per E-Mail am 21.07.2022

Anfrage zur Stadtratssitzung am 08.12.2021 – Greiz bald Welterbestätte? Wie passt das zur Marstall-Bebauung?

Sehr geehrte Stadträtinnen und Stadträte, sehr geehrter Herr Bürgermeister!

Im November-Amtsblatt von Greiz findet sich ein kurzer Artikel mit der Überschrift

„Greizer Schlösser mit im Antrag für Unesco-Welterbe“, dabei ein Foto des Oberen Schlosses und ein weiteres mit Ihnen, Herr Schulze, dem Architekten M.Hamann und dem Thür. Kulturminister Prof. Dr. Hoff.

Ich kann also voraussetzen, das Ihnen als Stadträten bekannt ist, dass Greiz mit seinen beiden Schlössern, Sommerpalais und Park zu den 8 ausgewählten Orten gehört, die sich unter dem Begriff Kulturlandschaft „Thüringer Residenzen“ um Aufnahme in die nationale Vorschlagsliste zum Welterbe bemühen.

Greiz hat dabei das Alleinstellungsmerkmal, als einzige Residenzstadt mit gleich zwei Schlössern vertreten zu sein, welche ja die Besonderheit der zwei Herrschaftslinien des Reußischen Fürstenhauses widerspiegeln. Bei dieser illustren Auswahl von Thüringer Residenzen dabei zu sein, ist einerseits eine große Anerkennung ( wie Sie, Herr Bürgermeister, es in dem Beitrag sagen) und andererseits eine große Verantwortung sowie eine Chance für Greiz als Kultur- und Tourismusstandort.

In der zur Antragstellung im Oktober stattgefundenen Medienkonferenz der Landesregierung kann man sich Einblicke in das Antragsverfahren, die Auswahlkriterien und den Prozess der wissenschaftlichen Erarbeitung des Projektes holen. Dabei sollen sich Welterbestätten durch ein hohes Maß an Echtheit und Glaubwürdigkeit, an Vollständigkeit und Unverletztheit auszeichnen. Und – jetzt wird es interessant – das gilt nicht nur für die benannten Schlösser selbst, sondern ebenso für die begleitende Residenzarchitektur. Prof. Dr. Haspel von ICOMOS führt dazu aus:„…Wir haben hier den Typus dieser Residenzlandschaften, also der Residenzen, die nicht nur einzelne Bautypen umfassen, sondern die immer Zubehör mit umfassen…“.

Was ist denn dieses Zubehör im Sinne von Begleitarchitektur für Greiz? Mir fallen dazu die Alte Wache oder der Gasparinentempel, das Mausoleum in Waldhaus und eben auch der Fürstliche Marstall ein. (die Liste ließe sich deutlich erweitern!) Wenn also das Marstall-Center in der bisher geplanten, oder einer ähnlichen Dimension entsteht, würde ein wichtiger Begleitbau der Greizer Schlösser zumindest optisch verschwinden, bzw. der Öffentlichkeit entzogen.

Und nun komme ich zu meiner Frage:

Ist Ihnen als Stadträten bewusst, dass mit dem vorgesehenen Bebauungsplan und dem Bau des „Marstall-Centers“ der gesamte Thüringer Welterbe-Antrag gefährdet werden kann, und was wollen Sie tun, dass dieses Szenario nicht eintritt?

Diese Anfrage wurde von mir in der Bürgerfragestunde gestellt, um die Bedeutung des Themas für die Greizer städtebauliche Entwicklung allen Stadträten noch einmal bewusst zu machen. Ich empfahl den Anwesenden, sich die Landesmedienkonferenz anzusehen, um für das Thema Weltkulturerbe ein Gespür zu entwickeln.

Bürgermeister Alexander Schulze antwortete, er sei bei der Videokonferenz der Bürgermeister aller ausgewählten Städte mit Kulturminister Hoff dabei gewesen, und er wisse um die Wichtigkeit der Sache. Man werde diese Antragstellung zum Welterbe sehr ernst nehmen und sie in der zukünftigen Stadtentwicklung berücksichtigen. In Punkto Marstall-Center gebe es weiterhin keine Neuigkeiten, sobald sich etwas tut, würde die Öffentlichkeit und insbesondere wir als Initiative darüber informiert werden. Auch in den Ausschüssen des Stadtrates werde das Thema auf die Agenda kommen.

Uns als Initiative war es wichtig, den enormen Imagegewinn, den Greiz als mögliche Welterbestätte erlangen könnte, einmal in den Fokus zu rücken. Und, wie sich Minister Hoff in der erwähnten Medienkonferenz sinngemäß ausdrückte: Auch wenn es am Ende nicht zum Welterbetitel reichen sollte, kann Thüringen und alle involvierten Städte und Regionen nur profitieren, indem sie zu einem neuen bzw. erweiterten Selbstverständnis ihres historischen Erbes gelangen und dieses in ihrer Kulturlandschaft sichtbar machen.

Michael Krause

Übergabe der 4000 Unterschriften an den Bürgermeister

von links: Heidrun Linke, Michael Krause, Bürgermeister Alexander Schulze und Rudolf Kuhl

Am 07.09.2021 wurden durch die Initiative „Stoppt das Marstall-Center Greiz“ vor dem historischen Marstallgebäude die Unterschriften zum Marstall-Protest an Bürgermeister Alexander Schulze übergeben.

Unter den ca. 30 interessierten Gästen befanden sich auch 4 Stadtratsmitglieder, die der Einladung gefolgt waren – für die SPD Dr. Andreas Hemmann, für die Linke Holger Steiniger und für die IWA Andrea Jarling und Detlef Zietan. Nach ein paar kurzen einführenden Worten zu Entstehung und Ablauf der Unterschriften-Sammlung durch Michael Krause fasste Heidrun Linke die Marstall-Problematik in einer Rede zusammen. Sie verwies noch einmal besonders auf die hohe Verantwortung des Stadtrates bei derart großen Projekten und mahnte eindringlich, die Greizer Bürgerinnen und Bürger in einen offenen Dialog einzubinden. Auch Bürgermeister A. Schulze meldete sich zu Wort. Er betonte, das die große Zahl der Unterschriften ernst genommen werde, erwähnte die Hürden der Planung, verwies aber gleichzeitig auf den Investor, der nun „liefern“ müsse. Bevor nicht eine neue, angepasste Version der Marstall-Bebauung vorliege, sei nicht mit einer Bürgerversammlung zu rechnen.

Nach erfolgter Übergabe der Unterschriften-Mappe bildeten sich kleine Gesprächsgruppen, die das Thema weiter diskutierten. Bürgermeister A. Schulze machte einzelnen Mitgliedern der Initiative ein spontanes Gesprächs-Angebot, zu dem es an diesem Nachmittag aber nicht mehr kam. Wir würden uns über eine Erneuerung dieses Angebotes freuen.

Die Initiative verbucht die Sammlung und Übergabe der Unterschriften als einen Zwischenerfolg, wird aber weiter am Ball bleiben. Sollten sich nicht gravierende Änderungen am Marstall-Projekt ergeben, werden wir zu gegebener Zeit das bereits angekündigte Bürgerbegehren beantragen. Dabei hoffen wir auf ebenso zahlreiche Unterstützung, wie zur nun abgeschlossenen Unterschriften-Sammlung.

Lesen Sie hier den Text von H. Linke zur Übergabe der Unterschriften-Mappe:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Schulze, sehr geehrter Herr Stadtratsvorsitzender Dr. Hemmann, sehr geehrte Damen und Herren Stadträtinnen und Stadträte

wir übergeben hier heute ca. 4.000 Unterschriften von Greizer Bürgerinnen und Bürgern sowie von Menschen, denen die Stadt Greiz am Herzen liegt.

Ihnen dürfte bekannt sein, dass Ihre Pläne auch weit über Greiz hinaus auf Kopfschütteln und Unverständnis stoßen, vor allem auch in fachlichen Kreisen!

Unsere Unterschriftensammlung ist eine symbolische Aktion gegen den Bau des Marstallcenters und fürdie Erhaltung des einzigartigen architektonischen, geschichtlich und kulturell geprägten Charakters unserer Stadt Greiz.

Am 16. September 2020, also vor einem Jahr, wurde der Aufstellungsbeschluss im Stadtrat der Stadt Greiz mehrheitlich gefasst, am Tor zur Greizer Altstadt auf dem historischen Marstallgelände ein Einkaufscenter mit unpassender und überdimensionierter Gestalt zu bauen. Die Stadt hat Verbindlichkeiten geschaffen ohne die notwendige Einbeziehung der Bevölkerung.

Die Veröffentlichung der geplanten Bebauung hat in der Greizer Bevölkerung, bei ehemaligen Greizerinnen und Greizern und an Greiz Interessierten große Irritation und Empörung hervorgerufen!

Eine Bürgerinitiative wurde gegründet, mit dem Ziel, die Sicht der Bürgerinnen und Bürger in die Debatte einzubringen. Die zur Information der Einwohnerinnen und Einwohner seitens der Stadt Greiz angekündigte Bürgerversammlung konnte zunächst coronabedingt nicht stattfinden. Bis heute ist unklar, ob diese nachgeholt wird.

Die Bemühungen unserer Initiative zielen auf einen Dialog auf Augenhöhe mit den Verantwortlichen der Stadt Greiz ab! Dabei soll es nicht um Rechthaben gehen, sondern ausschließlich um das zukünftige Bild der wunderbaren Stadt Greiz mit ihrem einzigartigen kulturellen, architektonischen und geschichtlichen Erbe! Wir haben Schätze in unserer Stadt, um die uns Menschen aus anderen Regionen beneiden – dazu gehören gut erhaltene Gebäude aus Gründerzeit und Jugendstil, ein Landschaftspark der seinesgleichen sucht, drei Schlösser mit interessanten Sammlungen und Vieles mehr.

Die Bedenken aus Sicht des Denkmalschutzes sollten unbedingt Beachtung finden, ebenso die städtebauliche und architektonische Unangepasstheit.

Es ist bekannt, dass ein Bewerbungsverfahren des Landes Thüringen im Gange ist, die Thüringer Residenzen als Weltkulturerbe anzuerkennen.Der geplante Bau des Marstallcenters würde die Hoffnung auf diese Anerkennung zerstören!

Außerdem müssen die Auswirkungen des geplanten Baus auf den innerstädtischen Verkehr kritischer als bisher betrachtet werden!

Mit Sicherheit wird dieses Projekt keine tourismusfördernde und attraktivitätssteigernde Wirkung für die Stadt haben!

Wir forderneine sorgfältige Abwägung der Befürchtungen der Kritikerinnen und Kritiker!

Wir appellieren aus tiefstem Herzen und mit klarem Verstand an Sie, sehr geehrter Herr Bürgermeister und werte Stadträtinnen und Stadträte – denken Sie neu und weitblickend über eine alternative Gestaltung und Nutzung des Marstallquartiers nach, die dem Niveau der Greizer Altstadt entspricht! Tun sie das auch und vor allem mit Blick auf zukünftige Generationen. Sie tragen mit Ihrem Namen als gewählte Vertreterinnen und Vertreter dieser Stadt die Verantwortung für das Bild und die Attraktivität der Stadt Greiz in der Zukunft! Wir können nicht glauben, dass Sie als Stadtrat und als Bürgermeister in die Geschichte der Stadt eingehen wollen, in deren Amtszeit besiegelt wurde, dass das Gesicht der Altstadt von Greiz, der Perle des Vogtlandes, unwiederbringlich zerstört worden ist?!

Hiermit übergeben wir Ihnen die Unterschriftensammlung als Zeichen des Protestes und versichern Ihnen, dass unsere Bürgerinitiative bereit ist, weitere Schritte zu unternehmen!

Wir weisen darauf hin, dass der Schutz der persönlichen Daten dieser Listen mit der Übergabe in die Verantwortung der Stadt Greiz übergeht.

Heidrun Linke für Initiative

„Stoppt das Marstallcenter Greiz“

Übergabe der Unterschriftenlisten an den Bürgermeister der Stadt Greiz

Offener Brief

Sehr geehrte UnterstützerInnen unseres Aufrufes,

sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren Stadträte,

Ende Mai hat unsere Initiative die Unterschriften-Aktion zum Aufruf „Stoppt das Marstall-Center Greiz“ abgebrochen und die Listen eingesammelt, um sie zu der oft erwähnten Bürgerversammlung dem Greizer Stadtoberhaupt feierlich zu überreichen. Doch bis heute ist uns nicht bekannt, wann bzw. ob überhaupt noch mit dieser Veranstaltung zu rechnen ist. Seit der Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplanes „Marstallquartier“ gefasst wurde ist fast ein Jahr vergangen. Darum werden wir diese ca. viertausend Unterschriften am 7. September 2021 um 16.00 Uhr vor dem Marstall- Gebäude öffentlich an den Bürgermeister übergeben. Eine zahlreiche Anwesenheit der Mitglieder des Stadtrates würden wir ausdrücklich begrüßen, denn besonders an sie ist unser Aufruf gerichtet.

Diese Aktion bedeutet nicht, dass wir aufgeben. Wir sind entschlossen, das Marstall-Center zu stoppen und beabsichtigen, mit einem Bürgerbegehren gesetzliche Möglichkeiten zu nutzen, um gegen diese Bebauung vorzugehen.

Darum noch einige persönliche Worte zur Erinnerung:

Seit Beginn unserer Aktivitäten hat sich unsere Initiative bemüht, mit dem Stadtrat an einem Tisch Fakten und Argumente auszutauschen, aber auch Hoffnungen und Befürchtungen zu hinterfragen. Wir haben Stellungnahmen und Einwände von Architekten, Stadtplanern und anderen Fachleuten auf unserer Homepage veröffentlicht. Ebenso Meinungen von Bürgern, die in Gera, Plauen und anderen Städten bereits Erfahrungen gemacht haben, wie sich ein solches Center auf das Einkaufsverhalten in seinem Umfeld auswirkt. Von den Entscheidern in Greiz kam keine Resonanz! Offene Briefe an den Stadtrat, den Bürgermeister und die Stadtverwaltung sowie Leserzuschriften in der Lokalpresse verhallten in tauben Ohren. Auf Fragen gab es keine Antwort, auf Kritik keine Erwiderung.

Um deutlich zu machen, dass es nicht nur „einige Personen“ sind, die voller Unverständnis auf das Treiben im Greizer Rathaus blicken, verfassten wir einen Aufruf und baten die Bevölkerung um Unterstützung, um unserem Protest Nachdruck zu verleihen. Dieser Aufruf ist an Sie gerichtet, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete und an Sie, Herr Bürgermeister. Ein Aufruf, getragen von viertausend Stimmen! Wir haben Ihnen mitgeteilt, dass wir es ernst meinen. Wir haben um Teilhabe an Informationen gebeten und darum, dass Sie nicht weiterhin Zeit und Geld verschwenden, um einen 30 Jahre alten Beschluss, aufgebläht zu einem Monster, zu realisieren.

Die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat sind uns bekannt. Wir haben verstanden, dass an dieser Mehrheit unser Protest abprallt, wie vielstimmig er auch ist. Unser Versuch, die Abgeordneten mit Argumenten und Gesprächsangeboten von dem Marstall-Center Wahn abzubringen, ist gescheitert. Wie Verdurstende in der Wüste jagen sie einem Trugbild nach und reden von einem Frequenzbringer im Altstadtzentrum. Modern sei dieser riesige Betonklotz, behaupten sie, obwohl dessen erster Entwurf nach Greiz passt wie ein riesiges Containerschiff bei der Einfahrt in Venedig. Auch die Kreuzfahrtschiff – Variante im zweiten Versuch passt nicht besser. Marstall-Center Greiz nennen sie dieses Monster, dessen Dimension die Greizer Altstadt zu verschandeln droht und für Jahrzehnte das Stadtbild prägen wird. Bis heute ist es für uns völlig unbegreiflich, dass kaum einer unserer lokalen Volksvertreter dieser im Entwurf vorgestellten Nutzung und Gestaltung des Marstall-Areals widersprochen hat.

Mit freundlichen Grüßen

Rudolf Kuhl

Leserbrief der Architektin Sabine Weber zum „Halbzeit-Interview“ des Bürgermeisters Alexander Schulze

Der Greizer Bürgermeister Alexander Schulze gab am 24. 07. 21 der OTZ ein ausführliches Interview zu seiner bisherigen 3-jährigen Amtstätigkeit, in dem er nicht mit Eigenlob geizte. Einen grotesken Gipfel erklimmt er mit der Aussage, der Abriss der Pohlitzer Turnhalle sei zwar bedauerlich, da man den ursprünglich geplanten Bau wegen fehlender Fördermittel nicht realisieren könne, aber man habe ja trotzdem eine „…wunderschöne Fläche…“, die entwickelt werden soll.

Im Verlauf des Interviews warf er den „Gegnern“ des Marstall-Projektes fehlendes Wissen vor, was – wie viele weitere Ungereimtheiten – nach einer Erwiderung verlangt. Sabine Weber, Mitinitiatorin unserer Initiative „Stoppt das Marstall-Center Greiz“, hat sich dieser Mühe unterzogen. Lesen Sie hier ihren Brief dazu:

Stadtentwicklung im Gespräch – der Philosoph R.D. Precht spricht mit Präsident des Deutschen Städtetages Burkhard Jung

Ein überaus empfehlenswertes Gespräch über die neuesten Tendenzen der Stadtentwicklung und die vielschichtigen Probleme, vor denen deutsche und europäische Städte heute stehen führte der Philosoph Richard David Precht in seiner Sendung „PRECHT“ (ZDF) mir dem Oberbürgermeister von Leipzig und Präsident des Deutschen Städtetages Burkhardt Jung. Der aus Siegen in NRW stammende Jung berichtet u.a. über Fehlentwicklungen in seiner Heimatstadt durch deplatzierte große Einkaufszentren, aber auch von positiven Ansätzen, wie sie in Leipzig und anderswo praktiziert werden. R.D. Precht legt seinen Fokus besonders auf den Online – Handel und wünscht sich eine starke Besteuerung von Amazon & co. , um den Händlern vor Ort Chancengleichheit zu wahren.

Der Umbau der Innenstädte ist allerorten im Gange. Beide Disputanden zeigen nicht nur Missstände auf, sondern bieten Lösungsvorschläge von wirtschaftlicher und politischer Tragweite – Precht mehr aus soziologisch-theoretischer Sicht, Jung als Praktiker und politischer Entscheidungsträger. Bleibt zu hoffen, das die Anregungen nicht im Leeren verhallen, sondern in die richtigen Gremien getragen werden, so dass aus Möglichkeiten auch Wirklichkeiten werden.

Wir empfehlen diese Sendung ganz dezidiert unseren Greizer Stadträten und den Verantwortlichen in der Verwaltung, allen voran dem Bürgermeister. Uns als Initiative ist – neben vielen anderen Fragezeichen – unerklärlich, wie man in der letzten Stadtratssitzung den Antrag der Linken vom Tisch gewischt hat ( leider auch durch den eigenen Fraktionsvorsitzenden!) – nämlich die Marstall-Planung auszusetzen, bis ein neues Integratives Stadtentwicklungskonzept erarbeitet ist. Was ist denn wichtiger; eine kurzfristige gewinnorientierte Nutzung, die ein sensibles Areal der Innenstadt zubetoniert, oder eine langfristige gesamtstädtische Planung, die endlich alle Aspekte der Stadt ins Auge fasst – die demographischen, die sozialen, die touristischen, die ökologischen, die des Denkmalschutzes, der Kultur und natürlich auch der Wirtschaft und des Handels? Anstatt diesen anachronistischen Wahnsinns-Bau auf Eis zu legen, geht es den meisten Stadträten nur nicht schnell genug mit dem Marstall-Center.

Was machen denn schon ein paar Monate, wenn es um eine Vision für die Gesamtstadt geht? Aber darf man einen Investor warten lassen, darf man ein begonnenes B-Plan-Verfahren aufschieben? Natürlich darf man das und man sollte es sogar, wenn sich neue Einsichten und veränderte Bedingungen ergeben. Wir verweisen in diesem Zusammenhang noch einmal auf den Artikel von Jan Kobel und Judith Rüber zur Tourismusentwicklung in Greiz (auf unserer Seite) und können nur hoffen, das beide Beiträge zu einer Horizonterweiterung führen.

Hier also der Link zum Gespräch zwischen Herrn Precht und Herrn Jung, es sind gut investierte 45 Minuten!

Sind unsere Städte noch zu retten? – ZDFmediathek

Michael Krause für die Initiative „Stoppt das Marstall-Center Greiz“

Offener Brief zum Abschluss der Unterschriften-Aktion

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Stadträte, sehr geehrte Bürger und Bürgerinnen der Stadt Greiz, liebe Freunde und Mitstreiter,

seit Oktober 2020 besteht die Bürgerinitiative „Stoppt das Marstall-Center Greiz“, die sich mit aller Vehemenz gegen den vorliegenden Bebauungsplan-Entwurf zum Marstallquartier in Greiz wehrt. Auf unserer Website wird seit Anfang Januar neben der Unterschriftensammlung zu unserem Aufruf die bisherige Planung zum Bebauungsplan dokumentiert. Es sind Stellungnahmen und Offene Briefe zu lesen und die interessierte Öffentlichkeit kann sich umfänglich informieren und selber zu Wort melden.

Die von uns initiierte Unterschriftensammlung gegen das Bebauungs-Plan-Verfahren werden wir hiermit einstellen! Mit den über 4000 gesammelten Unterschriften wird die Meinung der Bürger dokumentiert. Wird dieser starke Protest der Bürger im Rathaus überhaupt wahrgenommen? Wieso haben wir den Eindruck, dass die Meinung der Bürger dem Rathaus und den Stadträten egal ist? Wir werden nun mit anderen uns zur Verfügung stehenden Mitteln gegen dieses unsagbar verfehlte Bauvorhaben vorgehen, gemeinsam mit allen, die für eine sinnvolle Nutzung des Marstallareals eintreten! Unsere Website steht jedem selbstverständlich nach wie vor zur Information und Wortmeldung zur Verfügung. Danke an all die vielen Unterstützer, die uns mit ihrer Unterschrift, das aktuelle Bebauungs-PlanVerfahren zum Marstallareal zu stoppen, bestärkt haben! Und ein großer Dank an alle engagierten Geschäfte, Arztpraxen und sonstige fleißige Sammler – ohne Sie hätte die Aktion nicht so viele Menschen erreichen können. Mehr als 4.000 Unterstützer, wer hätte das gedacht!

Viele Greizer Bürger, Persönlichkeiten des öffentlichen und kulturellen Lebens sind hinsichtlich der zukünftigen Nutzung des Marstallquartiers stark sensibilisiert und über das geplante Bauvorhaben empört. Aber – das Rathaus schweigt! Kein einziger uns bekannter Offener Brief wurde bisher beantwortet! Egal, ob man mit zu massiver Überbauung, Umweltproblematik, Verkehr, Nachhaltigkeit, Denkmalschutz, Stadtbild etc. argumentiert, es wird seitens der Stadt nur die Umsetzung des bewilligten Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes einer externen Beraterfirma, die neben Städten auch die Handelsketten mit Expansionsstrategien und Filialoptimierungskonzepten etc. berät (s. www. bbe.de), stur verfolgt. Warum verstecken sich Bürgermeister und Stadträte hinter diesem Konzept, wovor haben sie Angst? Wieso kümmern sie sich nicht um Existenzielleres? Gibt es nichts Wichtigeres zu tun, wie z.B die Förderung von Tourismus als echte Zukunftsoption? Hat dieser Ort nicht eine sinnvollere, nachhaltigere Nutzung verdient?

Die Stadt macht sich mit diesem Projekt zum Steigbügelhalter eines Investors, dem es um seine Gewinnmaximierung geht und nicht um Greiz, noch um deren Bewohner. Es ist eine Blamage für die Stadt Greiz! Man opfert ein wichtiges Denkmal der Residenzkultur in Greiz den wirtschaftlichen Interessen eines Einzelnen und der eigenen Bequemlichkeit! Warum sind Bürgermeister und Stadträte so wild auf diesen Investor und dieses Projekt? Was wird in 20 Jahren sein? Wer schlägt sich dann mit einer weiteren verschlissenen Handelsimmobilie herum?

Sehr geehrter Herr Bürgermeister und sehr geehrte Stadträte, überdenken Sie Ihre Entscheidung zum Bebauungsplan-Verfahren, der Entwurf ist nicht nur banal und nicht einmal mittelmäßig, er wird einfach diesem geschichtsträchtigen Ort nicht gerecht! Verzichten Sie auf die Weiterführung des B-Planes und genau das wäre die letzte Chance für eine zukunftsorientierte Nutzung dieses städtischen Raumes (Marstallareal) als Zugewinn für die gesamte Stadt! Nehmen Sie endlich Ihre Verantwortung für eine liebenswerte Stadt mit einer lebendigen Innenstadt, für die Greizer Bürger und die Jugend, für Kunst und Kultur mit offensiver Tourismusentwicklung als Motor und gegen Bevölkerungsrückgang ernsthaft wahr!

Zeigen Sie Mut, eigene Entscheidungen zu überdenken und zu revidieren!

Im Namen der Bürgerinitiative „Stoppt das Marstall-Center Greiz“ Sabine Weber / 20.05.2021

Alternative zur Marstall-Planung -Tourismus in Greiz!

Dass die Initiative „Stoppt das Marstall-Center Greiz“ gegen eine Zentralisierung großflächigen Einzelhandels am Marstall streitet, haben wir mit unserem Aufruf, der Unterschriftenaktion, Gesprächsangeboten, Offenen Briefen und anderen Versuchen die Stadträte umzustimmen, immer wieder unter Beweis gestellt. Wir sind dabei größtenteils auf taube Ohren und auf Einfallslosigkeit gestoßen. Aber es gibt auch Alternativen zu einspurigen und veralteten Stadtkonzepten, eine davon möchten wir an dieser Stelle präsentieren.

Der engagierte Fotograf, Autor und Denkmalschützer Jan Kobel aus Arnstadt zeigt gemeinsam mit Judith Rüber, wie Stadtentwicklung anders gedacht und gemacht werden kann – auch und gerade in Greiz. Exemplarisch stellen die beiden Autor*innen am Beispiel Greiz dar, mit welchen Maßnahmen Thüringer Städte ihr Potential für den Tourismus nutzbar machen sollten. Eingebunden in den geschichtlichen Kontext, die Besonderheiten Thüringer Kleinstaaterei und mit Blick auf die Residenzkultur der Miniatur-Fürstentümer wird ein Konzept entfaltet, welches 5 Säulen zur touristischen Entwicklung strukturschwacher aber kulturell und landschaftlich einzigartiger Orte anbietet. Diese Ideen zeigen das Potential der „kleinen Stadt“ und könnten so zu einer langfristigen Grundlage des sanften und nachhaltigen Tourismus werden – auch in Greiz.

Aber lesen Sie selbst, wie Judith Rüber und Jan Kobel sich das vorstellen… das Beispiel Greiz finden Sie im zweiten Teil des Artikels!